12.000€ Verlust: Pfirsichbäume müssen sterben

12.000€ Verlust: Pfirsichbäume müssen sterben

Heute und vor 10 Tagen: Was ich am 18.03. noch in voller Blüte fotografiert habe,


ist zehn Tage später traurige Vergangenheit.


Als ich das gesehen habe, war ich den Tränen nahe. Diese wunderschönen Pfirsichbäume!

Ich bin ausgestiegen und habe mich mit dem Mann, der mit seinem Bagger noch ganz beschäftigt war, unterhalten. Ich habe ihn gefragt, warum er das macht.


Er meinte die Pfirsichbäume sind nicht mehr rentabel. Sie sind nicht nur nicht mehr rentabel. Diese Pfirsichbäume haben dem Bauern letztes Jahr 12.000€ Verlust eingebracht. Ähnlich wie die Mandarinenbäume, die er letzte Woche ausgegraben hat. Jetzt soll dort etwas neues wachsen. Etwas, was hoffentlich mehr Gewinn bringt.

Die Landwirte, deren Land schon seit Generation in Familienbesitz ist, stehen zum Teil weinend daneben, meinte er.

Er ist selbst Landwirt und es bricht ihm das Herz, aber er hat sich diesen Bagger gekauft, um Essen auf den Tisch zu bekommen. Wie traurig und paradox. Er zerstört das, was er liebt und die, die ihn beauftragen, stehen daneben und weinen.

Und alles deshalb, weil die Preise im Keller sind, die Früchte liegen bleiben, und die Leute Obst aus Südafrika oder Südamerika kaufen. Es ist eben billiger.

Er sei selbst Olivenbauer, meinte der Baggerfahrer. Vor einiger Zeit ist ein Investor aus Frankreich auf ihn zugekommen. Er hätte gerne in seiner neugebauten Siedlung in Paris vor jedem Haus einen Olivenbaum und wollte ihm welche abkaufen. Der Bauer lehnte ab. Seit Generation schon bewirtschaftet seine Familie diese Bäume.

Das Land seines Nachbarn ist seitdem leer. Seine Olivenbäume zieren seitdem eine Neubausiedlung bei Paris. (Schaut euch dazu den Film „El Olivo“ an).

Wer die Natur liebt, wird für verrückt erklärt

Und ich? Ich bin eine romantische Seele meinte er. Und bekomme morgen einen der ausgerissenen Bäume von ihm. Und pflanze ihn bei uns auf dem Land ein. Auch wenn es verrückt ist und nichts bringt. Gar nichts. Was ist schon ein einzelner Baum, ich solle mir lieber einen Träger Obst kaufen, das wäre billiger und weniger aufwendig.


Klar hat er Recht. Dann bin ich eben verrückt. Er war trotzdem sehr froh und berührt, dass ich angehalten hatte. Dass es noch jemand berührt, wenn hunderte Bäume weggeräumt werden.
Am Ende schwiegen wir beide mit Tränen in den Augen.

Mein Mann fand meine Traurigkeit zwar übertrieben, war aber sofort bereit, für mich einen Baum zu „retten“.

Er ist zu dem Baggerfahrer gefahren, um wie vereinbart einen Baum abzuholen. Wir haben sogar zwei bekommen, und die haben dann gleich ein neues Zuhause bekommen.

Einer ist ziemlich beschädigt, es wäre ein Wunder wenn er es schafft. Der andere hat gute Chancen.

Wir werden sie hegen und pflegen. Und die Gründe warum sie jetzt bei uns wohnen in Erinnerung behalten und stetig weitere grüne Schritte gehen.



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